Abgezockt im Internet? Heul nicht! Sag was!

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 Betreff des Beitrags: meinIQ.com - Jetzt neuer Intelligenztest mit IQ-Diplom!
BeitragVerfasst: 16 Jun 2006 21:57 
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bisher dachte ich, dass mein IQ eher rechts in der Gauss'schen Glockenkurve läge.

Aber nach Klicken auf "IQ jetzt testen" soll ich ein Häkchen machen bei:
"Ich habe die Teilnahmebedingungen & Informationen gelesen und akzeptiert."
Das ist ein Link, der mich in eine Endlosschleife bringt. Bin ich also doch debil, weil ich die Bedingungen nicht finde?

Zitat:
Der Monatszugang kostet EUR 19.90 (CHF 29.90). Der Betrag wird per Post in Rechnung gestellt, die Zugangsdaten senden wir Ihnen innerhalb von 5 Minuten per E-Mail zu, so dass Sie sofort mit dem MeinIQ Test loslegen können!
Es entstehen ansonsten keinerlei weitere Kosten. Zitatende
Könne das ein etwa "Abo" sein? Und ist das so in der Schweiz erlaubt??

Das copyright der Seite liegt bei P3 Holding AG, deren weitere Produkte besser nur Erwachsene anklicken sollten.

Nachtrag: Entweder mein IQ steigt, oder.. habe gerade die AGB eingeblendet bekommen. Leider fehlt ein Hinweis auf eine Kündigung, also soll ich die 19,90 auf immer bezahlen? Mal sehen, was weiter passiert.


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BeitragVerfasst: 21 Jun 2006 10:13 
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Habe den Test vor einigen Wochen selbst gemacht und war soweit zufrieden. Die Rechnung habe ich per Post gekriegt, seitdem musste ich keine weiteren Kosten übernehmen, allerdings funktionierte mein Login nach einem Monat nicht mehr. Scheint also wie beschrieben ein Zugang für einen Monat zu sein.

Ich bin selbst Schweizer und kenne mich mit den hiesig geltenden Gesetzen im Internet relativ gut aus und kann nur sagen, dass die Gesetze sehr streng sind. Soweit ich das erkennen kann, scheint bei dieser IQ-Seite alles in Ordnung zu sein. Naja, jedem seine eigene Meinung, ich kann da jetzt nichts Irreführendes dran finden.

Hehe, immerhin kann man sagen, dass Dir der Test was gebracht hast, Du hast’s ja dann doch noch geschafft, die AGB zu finden, die man ja DIREKT neben dem Häkchen anklicken kann… No offense, aber die waren jetzt mal echt einfach zu finden, LOL!


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BeitragVerfasst: 21 Jun 2006 21:48 
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Die Seiten von Frank E* gibt es doch schon lange. Ich habe die Anfang 2004 schon einmal gespeichert, als ich IQ-Tests analysierte. Damals ging es mir um eine ähnlich aufgebaute Seite einer niederländisch-tschechischen Firma unter Leitung eines Herren aus Dortmund/Zumikon... [edit: nur grafisch ähnlich]

Aber wer ist eigentlich der Inhaber der Seite?.

Passion GmbH, Postfach 2479, 8033 Zürich?

Ist das etwa die
Passion Internet Solutions GmbH in Liquidation (CH-020.4.020.064-1)? (GF&Gesellschafter heisst wie der Seiteninhaber)

Zitat:
Die Gesellschaft hat ihr Domizil eingebüsst. Die Gesellschaft wird in Anwendung von Artikel 88a HRegV von Amtes wegen als aufgelöst erklärt, weil die ihr zur Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes in Bezug auf das Domizil angesetzte Frist fruchtlos abgelaufen ist.


Aber wer oder was ist die "P3 Holding"? Dabei handelt es sich wohl um diese Firma des Herrn Frank E*
Das ist schon wieder eine Firma, bei der ein gewisser Giuliano W. ausgeschieden ist und die eine "Sacheinlage" in dieser Form hat:
Zitat:
Qualifizierte Tatbestände: Sacheinlage: 10 Inhaberaktien (191-200) zu CHF 10'000.00 der "AAA Zollfreilager (Schweiz) AG", in Wattwil, gemäss Sacheinlagevertrag vom 25.10.2004, zum Preis von CHF 100'000.00, wofür 100 Inhaberaktien zu CHF 1'000.00 ausgegeben werden

googlet mal nach "AAA Zollfreilager" oder nach dem Herrn "Giuliano W.".

Hier ist der Firmenhintergrund offenbar spannender als der IQ-Test :)

P.S.: Es gibt auch noch eine "Happy Passion GmbH" (vom ehemaligen Partner des Top Tel Telemarketing - GF's) , aber die ist wohl nicht gemeint, obwohl Frank E* auch mal Mitglied bei einer "Happy Medien AG" war, die inzwischen "Prime Solutions AG" heisst und bei der inzwischen mal wieder Philippe G. eingetragen ist (und nicht mehr Frank E*). Jener Philippe G* dürfte für Schweizer bekannt sein.

Zitat:
Mag der Drang, Börsenkurse abzuhören, einen Rington herunterzuladen oder ein Telefonsexangebot in Anspruch zu nehmen, noch so akut sein, Anrufer sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau lesen – und zwar bevor die Nummer angewählt wird. Zum Beispiel jene der Abrechnungsgesellschaft Telebilling AG mit Sitz in Rotkreuz ZG.

Im Callback-Verfahren werden Name und Adresse für die Rechnungsstellung verlangt – nach dem Anruf. Diese muss der Kunde angeben, denn wie es in den AGB in umständlichem Juristendeutsch heisst: «Durch die stillschweigende Willensäusserung des Kunden mit der Inanspruchnahme der telefonischen Dienstleistung wird der Vertrag rechtsverbindlich geschlossen …» Damit erklärt sich der Kunde auch mit Werbung einverstanden. Denn es heisst ausdrücklich: «Mit der Inanspruchnahme der Dienste räumt der Kunde Telebilling AG und deren Vertragsfirmen widerruflich das Recht ein, ihm Werbung per Direct Mail zu senden bzw. ihm auf seinen Mobiltelefonanschluss SMS und MMS zu übermitteln.»

Das ist praktisch, denn so bleibt das Geschäft in der Familie. Verwaltungsrat von Telebilling ist der Zürcher Rechtsanwalt Hugo Werren, Geschäftsleiter sind laut Handelsregister Philippe Gilomen und Rolf Glogg. In den gleichen Händen ist auch die Firma Televox in Risch ZG. Televox ist beim Bakom als Betreiberin zahlreicher 090x-Nummern eingetragen, für die im Schweizer Pornomagazin «Cherry» geworben wird. Televox-Anrufe werden ins Zürcher Call-Center InfoFon weitergeleitet. Für diese Firma verantwortlich sind ebenfalls Rolf Glogg und Philippe Gilomen. Für die InfoFon arbeitet ein ganzes Heer freundlicher Damen am Telefon. Und die freuen sich auf jeden Anruf. Schliesslich leben sie davon.


Quelle: FACTS Online


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2006 21:13 
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frank ehrsam hat sich weiterentwickelt er hat nun die mobile logix gegründet siehe:

http://www.mobilelogix.ch/

da macht er weiterhin schöne sachen wie mms sms chat, die moderation erfolgt via ein callcenter. user werden für dumm verkauft.

philippe gilomen hat sich ebenfalls weiter entwickelt er ist ja nun beim schweizer sender 3+ mit cherry.tv dabei.

bruno stettler ehemals lawa ag und lovers tv ist nun bei philippe gilomen mit im bot und macht das cherry.tv ob das nur gut geht.

hier gibt es wohl eine ansamlung von herren die wissen wie man mit erotik und sex den normalo bürger verführt.

die schweizer behörden scheinen machtlos zu sein da gilomen die savass gegründet hat. in der front ist sein anwalt perman der alles für ihn erledigt wie es zu scheinen mag. mit von der partie ist nationalrat giezendanner, das ist eine frecheit.


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2006 21:32 
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@redlabel
Ziemlich viele neue Namen für mich. Einige bei erster Durchsicht in g00gle zu finden. Aber mir ist die Aussage des Beitrags nicht klar. Insbesondere beim letzten Absatz werden Namen genannt. Da warte ich auf eine Erklärung, warum die bei "wer fehlt hier" stehen. Begriffe wie "Frechheit" werte ich als individuelle Meinungsäußerung, die ich gern verstehen möchte.


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BeitragVerfasst: 12 Sep 2006 23:10 
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valentins-tag hat geschrieben:
@redlabel
Ziemlich viele neue Namen für mich. Einige bei erster Durchsicht in g00gle zu finden. Aber mir ist die Aussage des Beitrags nicht klar. Insbesondere beim letzten Absatz werden Namen genannt. Da warte ich auf eine Erklärung, warum die bei "wer fehlt hier" stehen. Begriffe wie "Frechheit" werte ich als individuelle Meinungsäußerung, die ich gern verstehen möchte.

ich kenne da schon einige namen...

LAWA (Oswald O*) hat zB die Düsseldorfer Wapme ~gekauft~ (reversed gedingst) - und prompt... tauchten deren Vorstände im Zusammenhang mit 0137-Nummern auf, die angeblich von einer gewissen "Swiss Einkaufsgemeinschaft" genützt worden sein sollen. Mehr sog I net.


Netter Artikel:
Zitat:
Teure Nummern
Frauen versprechen zärtliche Stunden zu zweit. Männer suchen Nähe, gar Liebe. Doch sie kriegen nur Worte am Telefon – und deftige Rechnungen. Die Masche mit den Dating-Anzeigen.

Von Ruth Brüderlin

Clarissa ist 1973 im Sternzeichen Jungfrau geboren. Das weiss Marcel Z., 33, ganz genau. «Sie ist 168 Zentimeter gross, schlank, hat blaue Augen und blonde Haare, die sie meist zusammengebunden trägt», schrieb Z. in einem Inserat in der Regionalzeitung «Obersee Nachrichten». Er suchte auf diesem Weg nach jener Frau, die er über eine SMS-Flirt-Line kennen und lieben gelernt hatte. Gesehen hat der entflammte Marcel Z. seine Clarissa zwar nie. Er kommunizierte mit seiner Angebeteten ausschliesslich über die Telefonnummer 0906 500 515.

Die Ziffernfolge hätte Z. alarmieren müssen. 0906 steht für Sex. Daran habe er gar nicht gedacht, meint Z. treuherzig. Schliesslich habe er Clarissa über eine harmlose SMS-Flirt-Line kennen gelernt. Von Sex sei nie die Rede gewesen. Darum sei er auch nicht misstrauisch geworden – im Gegenteil. Clarissa schien ein Glücksfall zu sein, denn sie habe ihn verstanden und ähnliche Interessen gehabt wie er. Z. rief die Angebetete immer wieder an. Sieben Monate lang. Das kostete ihn sein Herz – und 20'000 Franken.

Angebote für Flirts, Chats und Dates per SMS oder Telefon gibt es täglich tausendfach in TV-Spots, Inseraten in Tageszeitungen oder als Werbebanner im Internet. Die Annoncen klingen seriös. Doch dahinter verbergen sich immer öfter professionelle Abzocker. Der Trick ist so simpel wie perfid. Einsamen Männern wird suggeriert, sie könnten Frauen kontaktieren, um sie später zu treffen. Liebe, Flirt, oder vielleicht gar mehr? Glaubt man den Anzeigen, warten Heerscharen williger Damen auf ein SMS oder einen Anruf – und zwar «ganz in deiner Nähe». Nicht selten führt der heisse Draht aber nicht zur Traumfrau, sondern in ein Call-Center. Die wenigsten Flirt-Lines offenbaren ihre wahre Absicht mit einer 0906er-Nummer. Beliebter sind 0901er-Nummern, die Angeboten aus dem Bereich Lebenshilfe vorbehalten sind.

Marcel Z. ist einer von Tausenden von Schweizer Männern, die sich mit einem SMS-Köder in telefonische Venusfallen locken lassen. Im Verbund mit grossen Telekommunikations-Unternehmen nutzen gewiefte Geschäftemacher die technischen und rechtlichen Grauzonen im kaum kontrollierten Dschungel elektronischer Medien für ein Multimillionen-Business. Auf den Leim gehen ihnen neugierige und naive Männer aller gesellschaftlichen Schichten, die – von vermeintlichen Traumfrauen per SMS oder Inserat angelockt – am Telefon zu saftigen Gebühren in kostspielige Gespräche verwickelt werden.

Auch Marcel Z.s SMS-Bekanntschaft wickelte ihr Opfer perfekt ein. Mit dem ersten SMS forderte ihn Clarissa auf, er möge sie auf einer 0906er-Nummer anrufen. Z. rief an – und konnte schon nach dem ersten Telefonat nicht mehr von Clarissa lassen. Sie erschien ihm als die Erfüllung seiner Träume – die perfekte Projektion, wie Psychologen das Phänomen nennen. Laut René Hess, Paar- und Sexualtherapeut in Bern, ist bei vielen Männern der Drang anzurufen so gross, dass die Ratio auf der Strecke bleibt. «Anders als bei einer realen Partnerschaft geht die Frau am Telefon völlig auf den Mann ein. Sie widerspricht nie. Sie ist so geschult, dass sie seine heimlichen Wünsche ahnt und tut, als deckten sie sich mit ihren.» Frauen wie Clarissa bieten den Männern eine Schlaraffenland-Fantasie. Die Anrufer haben innert kurzer Zeit das Gefühl, eine Seelenverwandte am Draht zu haben.

Ihre Angebeteten aber sitzen irgendwo in einem Call-Center. Auf der Homepage des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) hätte Z. sehen können, dass Clarissas Nummer der Firma Audiofon im sanktgallischen Au gehört. Deren Zweck beschreibt das Handelsregister als «Direktmarketing-Dienstleistungen, besonders Call-Center-Dienstleistungen».

Ein Call-Center zu betreiben, ist nicht verboten. In der Schweiz gibt es Dutzende solcher Betriebe. Sie teilen sich 54'000 Business-Nummern, 24'000 davon haben die Anfangsziffer 0906, weitere 17'000 beginnen mit 0901. Weil Telefonsex heutzutage nicht mehr gross rentiert, hat die Branche ihre Abzockmethoden mit legalen Tricks verfeinert. Liebeshungrigen Männern wird kein Gestöhne auf die Schnelle versprochen, sondern ein richtiges Treffen. Mit einer Dame, die den Mann wirklich versteht.

Das geht zum Beispiel so: Das Schweizer Sexmagazin «Cherry» (Auflage 25'000) publiziert Monat für Monat seitenweise Anzeigen von scheinbar privaten Inserentinnen in der Rubrik «Tête-à-Tête». Alle diese willigen Damen sind über die «Cherry»-Hotline 0906 666 222 zu erreichen. Wer die Nummer wählt, landet direkt beim Call-Center Infofon in Zürich. In einem unscheinbaren Haus mitten im Rotlichtquartier arbeiten 60 Frauen Tag und Nacht im Schichtbetrieb. «Wie Hühner in einer Batterie», sagt die 32-jährige Patrizia *, die diesen Job mehrere Monate lang gemacht hat.

Der vierte Stock ist in viele kleine, graue Kabäuschen unterteilt. In jedem sitzt eine Sprecherin vor ihrem Bildschirm. Sobald die Zentrale einen Anrufer durchstellt, erscheinen auf dem Bildschirm die exakten Angaben jener Frau, nach der verlangt wurde, inklusive Namen, Aussehen und spezieller Vorlieben – präzise so, wie im «Cherry»-Inserat angeboten.

«In der Kabine ist es stickig, und man fühlt sich einsam», sagt Patrizia. «Man darf weder rauchen noch essen. Aber stricken ist erlaubt.» Trinken ist nur aus einer Art Schoppen zugelassen, damit keine Flüssigkeit die Tastatur verschmiert. Die Frauen stünden unter ständiger Videoüberwachung, sagt Patrizia. Als Lesestoff seien nur Auto- und Erotikmagazine zugelassen – als Inspirationsquelle, falls den Date-Schwindlerinnen die Gesprächsthemen ausgehen.

Dabei reden die Damen kaum von sich aus über Einschlägiges. Denn ein Anrufer soll möglichst lange in der Leitung bleiben. Also wird es den Männern überlassen, das Thema Dating oder Sex anzuschneiden. Bei den Schüchternen kann das dauern. Und je länger einer Süssholz raspelt, desto mehr verdienen die Call-Center.

Clarissa hat in leichtem Ostschweizer Akzent mit ihrem verliebten Marcel Z. viel Geld umgesetzt. Aber kräftig verdient haben andere. Zum einen die Call-Center-Betreiber, die mindestens zwei Drittel der Telefongebühren kassieren. Zum andern die Fernmeldedienste Swisscom und Sunrise, die den Markt dominieren. Sie garnieren bis zu 20 Prozent des Tarifs. Dieser wird von den Betreibern der Business-Nummern nach Gutdünken festgesetzt und ist nach oben offen. Bernhard Bürki, Pressesprecher des Bakom: «Wir haben keine gesetzliche Grundlage, um ein Limit festzusetzen.» Die Fernmeldedienst-Anbieter haben zwar interne Preisrichtlinien erlassen. Allerdings sind sie rechtlich nicht verbindlich. Besserung soll erst das neue Fernmeldegesetz bringen – das frühestens 2005 in Kraft treten wird.

In den Flirt- und Date-Lines sieht die Branche einen Markt der Zukunft. «Telefonsex ist nicht mehr das gute Geschäft wie noch vor fünf Jahren», klagt Philippe Gilomen, Geschäftsleiter von Infofon. «Wir sind froh, wenn wir knapp die Kosten decken und gerade noch unsere Existenz sichern können.» Um die telefonischen Dienstleistungen zu optimieren und von der steigenden Nachfrage nach Flirt-Lines profitieren zu können, hat Gilomen im letzten Sommer rund zwei Millionen Franken in ein neues Informatik-System investiert.

Noch läuft das Geschäft mit dem versprochenen Sex-Date allerdings wie geschmiert. Das zeigt das Beispiel von Peter, den FACTS via E-Mail im Internet-Forum des Sexmagazins «Cherry» kontaktierte. Zweimal rief Peter eine Dame aus der «Cherry»-«Tête-à-Tête»-Rubrik an. Zweimal liess er sich dazu verleiten, jeweils über eine Stunde mit der Lady zu plaudern. Ergebnis: eine 500 Franken höhere Telefonrechnung als gewöhnlich. «Zuerst war ich skeptisch und vorsichtig. Aber als diese Barbara mir sagte, wie sympathisch und nett ich sei, liess ich mich zum Plaudern verleiten», sagt Peter. Männer lieben eben Frauen, die ihnen nur das sagen, was sie hören wollen. Lebenssituation und Bildung scheinen keine Rolle zu spielen. Viele Anrufer stehen in einer festen Beziehung. Manche sind ganz jung, andere alt, reich, weniger betucht, gebildet oder ohne höheren Abschluss. Nur eines haben sie gemeinsam: Alle lassen sich einwickeln.

Auch Peter rief «von unbändiger Gier getrieben» ein paar Tage später eine zweite Dame an. Sie gewann sein Vertrauen, indem sie ihm ihre Handy-Nummer versprach und es so schaffte, ihn eine Stunde lang an der Strippe zu halten. Der Schock kam mit der Telefonrechnung. «Mein Fazit ist, da wird Abzockerei pur betrieben», meint Peter. Er hat ein bisschen Verstand zurückgewonnen, leider zu spät.

Wie weit sind die Kunden vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen? «Das Recht greift nur in krassen Fällen», sagt Christian Schwarzenegger, Professor für Strafrecht an der Universität Zürich mit Spezialgebiet Internet-Kriminalität. «Immerhin gibt es die Bestimmung des Wuchers.» Sie sei anwendbar, wenn die erbrachten Leistungen in einem krassen Missverhältnis zum Preis stünden. Ausserdem seien besonders unerfahrene Leute wie Kinder oder Jugendliche geschützt, und «solche, die eine Schwäche im Urteilsvermögen haben, einen niedrigen IQ zum Beispiel».

Ob Annonce auf einer Dating-Website oder «Privat»-Inserat in einem Pornoheft wie «Cherry», die Männer glauben willig dem geschriebenen Wort – und rufen an. Manchmal allerdings die Falsche. Hin und wieder kommt es nämlich vor, dass durch eine technische Panne das falsche Inserat auf dem Bildschirm der Sprecherin landet. «Einmal glaubte ich, ich müsse eine gierige Hausfrau spielen, die versauten Sex will. Doch am Telefon war einer, der eine Frau zum Heiraten suchte», erinnert sich Patrizia, die ehemalige Infofon-Angestellte.

«Cherry»-Herausgeber Marcel F. Ljatifi schwört tausend Eide, von jeder Inserentin ein Anzeigen-Formular zu besitzen, das individuell ausgefüllt sei. Das mag stimmen. Fraglich ist aber, wer die Talons tatsächlich ausgefüllt hat. Die Lockrufe dieser so genannten Privat-Inserentinnen wie auch die kommerzielle Werbung würden von professionellen Textern verfasst, heisst es in der Branche. Es sind durchwegs kleine juristische Meisterleistungen, die nichts konkret versprechen, aber alles verheissen. Und die Fotos dazu mit Frauen in unzweideutigen Posen würden in Osteuropa und den USA eingekauft.

Ein Anrufer hat formal zwar tatsächlich die Möglichkeit, eine Frau zum Tête-à-Tête zu treffen. «Unseren Damen ist es nicht verboten, mit den Anrufern persönlich in Kontakt zu treten. Was sie privat machen, geht uns schliesslich nichts an», sagt Infofon-Betreiber Gilomen.

Für Gilomen stehen Gefühle im Mittelpunkt: «In den langen, intensiven Gesprächen kommt man sich, so viel ich gehört habe, menschlich näher. Dann erklärt man halt, du, es ist so und so, und wenn es dir nichts ausmacht …» Es passiere immer wieder, dass sich Anrufer und Sprecherin ineinander verlieben und sich später treffen.

«Quatsch, davon habe ich noch nie etwas gehört», widerspricht Sprecherin Maja *, die immer noch in Gilomens Diensten steht. «Wir machen einen Job. Punkt. Und wir lernen die Tricks.»

Einige dieser Schlaumeiereien dürften Flirt-Line-Opfer Marcel Z. bekannt vorkommen. «Clarissa wollte mich zwar gerne treffen. Aber immer kam etwas dazwischen», sagt er. Mal wurde ihre Mutter überraschend krank, mal baute sie einen Selbstunfall.

«Man vertröstet halt und erfindet Ausreden», bestätigt Maja. Um das Gespräch künstlich auszudehnen, wird sogar kurz unterbrochen, weil angeblich die Katze gerade am Vorhang hängt. Oder ähnlich schräge Zwischenfälle. «Dann legt man den Hörer hin, führt in der Kabine ein kleines Solotheaterstück auf, schreit nach der Mieze, stampft mit dem Fuss und macht Radau», sagt Maja.

Der Job erfordert schauspielerisches Talent und die Fähigkeit, die eigene Stimme zu verstellen. Bei Schweizer Anrufern kommt man laut Maja «seltsamerweise am besten an, wenn man einen Ostblock-Akzent imitiert». Auch von «einer hohen, schrillen Stimme können die Männer gar nicht genug bekommen».

Für verärgerte Anrufer lohnt es sich zu reklamieren. Zum Beispiel bei Konsumenten-Organisationen, die öffentlich Druck machen; bei den Telefongesellschaften, die ihrerseits den Anbietern auf die Finger klopfen; oder beim Bakom. Das Bundesamt für Kommunikation bekommt durchschnittlich 150 Beschwerden pro Monat. Der überwiegende Teil betrifft Business-Nummern. Das Bakom kann solche Nummern ohne weiteres sperren – seit März dieses Jahres wurden 121 Nummern aus dem Verkehr gezogen. Dazu kann, wer sich übervorteilt fühlt, bei der Polizei eine Strafanzeige einleiten. «Aber die meisten Männer schämen sich, das zu tun», erklärt ein Sprecher der Zürcher Kantonspolizei. «Sie wurden an einem etwas heiklen Punkt in der Ehre getroffen, und ein Betrug ist sehr schwer nachzuweisen.»

Auch die Lauterkeitskommission der Werbebranche nimmt Beschwerden entgegen. Haltlose Versprechungen, wie ein angebliches «Mädchen aus der Nachbarschaft», zu geben, verletzen den Grundsatz von Klarheit und Wahrheit in der Werbung. «Solche Formulierungen sind zumindest irreführend», bestätigt Piero Schäfer von der Lauterkeitskommission. Allerdings würde auch eine Verurteilung durch diese Kommission die Betroffenen nicht wirklich schmerzen – es gibt höchstens einen öffentlichen Rüffel für die Verzeigten.

Die Asut, der Firmenverband von Benutzern und Anbietern in der Telekommunikation, hat die Probleme ebenfalls erkannt. Laut Präsident Fritz Sutter sind die seriösen Betreiber daran, Massnahmen gegen den Missbrauch einzuleiten. Schliesslich will sich die Branche nicht selber das Wasser abgraben. «Es ist eine Güterabwägung zwischen Geschäft und Image», sagt Sutter.

Und die fällt meist in eine Richtung aus. So hat die Zürcher Infofon gleich zwei neue Einnahmequellen erschlossen. Die erste: Man arbeitet mit Telefonnummern, die mit 01 beginnen. Das ist legal, sofern der Anrufer darüber informiert wird, dass es sich um eine kostenpflichtige Nummer handelt, die nicht über die Telefonrechnung, sondern per separate Faktura abgerechnet wird. Die Einhaltung dieser Informationspflicht kontrolliert allerdings niemand.

Einnahmequelle Nummer zwei: Per Annonce werden potenzielle Callboys gesucht. Bewerbungen sind unter einer 0906-Nummer einzureichen. Dort hat inzwischen jede Sprecherin eine Liste mit etwa 30 Fragen vorliegen, die dem Anrufer zu stellen sind. Nach einem intensiven «Bewerbungsgespräch» wird versprochen, die Antworten weiterzuleiten. Doch die Unterlagen landen im Papierkorb. Spätestens wenn die nächste Telefonrechnung eintrifft, dürfte auch beim letzten Callboy in spe der Groschen fallen.

Um das Geschäftsergebnis weiter zu verbessern, wurde den Sprecherinnen der Lohn gekürzt. Zwar bleibt der bescheidene Grundlohn von 18 Franken pro Stunde unangetastet. Doch das Bonussystem wurde verschlechtert. «Ich muss ungefähr doppelt so viel arbeiten, um gleich viel zu bekommen wie vorher», sagt die bei Infofon beschäftigte Maja. Dazu kommt das schlechte Gewissen. «Das sind manchmal so süsse, ehrliche junge Männer in der Linie, denen man lieber die Wahrheit sagen würde. Stattdessen machen wir ihnen etwas vor, erzählen ihnen, was sie hören wollen. Die tun einen manchmal richtig Leid», sagt Maja.

Vielleicht ging es «Traumfrau» Clarissa auch so. Im Mai brach sie den Telefonkontakt zu Marcel Z. abrupt ab. Es war der beste Liebesdienst, den sie ihm erweisen konnte.
(Quelle: Facts)

Oder hier, ebenfalls FACTS aus 2004
Zitat:
Gesellschaft
08.03.2004
Eine Nummer vortäuschen

Der Bund dämmt Missbräuche ein. Die Anbieter von Telefonsex setzen nun auf die unverfängliche 01-Vorwahl.


Bevor es ernst wird, noch schnell letzte Liebesgrüsse per SMS: «Bisch Du scho heiss? Ich bin ä geils Schläckmüüli und warte scho ganz sehnsüchtig.» Absender ist die Telefonnummer 0906 66 11 22. Das Perfide: Erst wenn der Empfänger die Nachricht weiterscrollt, erfährt er, was Sache ist. Ein Anruf kostet 20 Franken Aufschaltgebühr plus 3 Franken 50 pro Gesprächsminute.

Absender des Liebesköders ist die Firma Acom Business Anstalt im liechtensteinischen Schaan. Doch bald werden Handybesitzer nicht mehr so einfach in die Liebesfalle gelockt. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Bern verschärft die Spielregeln für die so genannten Mehrwertdienste, und zwar auch für solche von ausländischen Anbietern. Darum gibt die Branche noch mal richtig Gas. Seit Bekanntgabe der Neuerungen vor ein paar Tagen brandet eine Welle von Spam-SMS über die Schweizer Handynation.

Die bisherigen laschen Vorschriften für Business-Nummern führten zu zunehmendem Missbrauch und waren ein Quell ständigen Ärgers; FACTS hat mehrfach darüber berichtet. Nun reagiert das Bakom und schützt Konsumenten, aber auch seriöse Anbieter von Mehrwertdiensten besser. Ab 1. April sind PC-Dialer grundsätzlich verboten. Per 1. Juni 2004 tritt zudem die neue Preisbekanntgabe-Verordnung in Kraft. Ab dann gilt:

Kostet ein Anruf mehr als zwei Franken, muss dies am Anfang der Verbindung kostenlos mitgeteilt werden.
Ab zehn Franken Aufschaltgebühr oder mehr als fünf Franken pro Gesprächsminute muss der Anrufer ausdrücklich bestätigen, dass er diese Verbindung tatsächlich will.
Damit sind die grössten Geldfallen entschärft. Doch die Raffinierten unter den Anbietern sind dem neuen Gesetz bereits wieder einen Schritt voraus. Sie verkaufen ihre Dienstleistungen unter Nummern, die wie ganz normale Telefonanschlüsse aussehen und eine unverfängliche 01-Vorwahl haben. Unter diesen Nummern werden Börsendaten, Wetterauskünfte und vor allem Erotik angeboten. Aber nicht zum Lokaltarif, sondern zu teilweise saftigen Konditionen. Das ist legal, weil die Abrechnung nicht über die Telefonrechnung erfolgt, sondern mit separater Fakturierung. Doch die Konsumenten erkennen nicht sofort, dass es sich um gebührenpflichtige Nummern handelt.

Anders als bei 090x-Nummern, deren Betreiber auf der Internet-Seite des Bakoms (www.e-ofcom.ch) aufgelistet sind, ist nicht eruierbar, wer hinter einer Nummer mit 01-Vorwahl steckt. Von der Auskunft 111 sind keine Angaben erhältlich. Eine Sperrung, die verhindert, dass solche Nummern vom eigenen Apparat aus angerufen werden, müsste beim jeweiligen Anbieter verlangt werden. Zwar gelten die neuen Richtlinien des Bakoms auch für solche Nummern – doch anders als bei 090x-Nummern hat das Bundesamt bei Missbrauch keine Möglichkeit, eine «Privat»-Nummer zu entziehen.

Mag der Drang, Börsenkurse abzuhören, einen Rington herunterzuladen oder ein Telefonsexangebot in Anspruch zu nehmen, noch so akut sein, Anrufer sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau lesen – und zwar bevor die Nummer angewählt wird. Zum Beispiel jene der Abrechnungsgesellschaft Telebilling AG mit Sitz in Rotkreuz ZG.

Im Callback-Verfahren werden Name und Adresse für die Rechnungsstellung verlangt – nach dem Anruf. Diese muss der Kunde angeben, denn wie es in den AGB in umständlichem Juristendeutsch heisst: «Durch die stillschweigende Willensäusserung des Kunden mit der Inanspruchnahme der telefonischen Dienstleistung wird der Vertrag rechtsverbindlich geschlossen …» Damit erklärt sich der Kunde auch mit Werbung einverstanden. Denn es heisst ausdrücklich: «Mit der Inanspruchnahme der Dienste räumt der Kunde Telebilling AG und deren Vertragsfirmen widerruflich das Recht ein, ihm Werbung per Direct Mail zu senden bzw. ihm auf seinen Mobiltelefonanschluss SMS und MMS zu übermitteln.»

Das ist praktisch, denn so bleibt das Geschäft in der Familie. Verwaltungsrat von Telebilling ist der Zürcher Rechtsanwalt Hugo Werren, Geschäftsleiter sind laut Handelsregister Philippe Gilomen und Rolf Glogg. In den gleichen Händen ist auch die Firma Televox in Risch ZG. Televox ist beim Bakom als Betreiberin zahlreicher 090x-Nummern eingetragen, für die im Schweizer Pornomagazin «Cherry» geworben wird. Televox-Anrufe werden ins Zürcher Call-Center InfoFon weitergeleitet. Für diese Firma verantwortlich sind ebenfalls Rolf Glogg und Philippe Gilomen. Für die InfoFon arbeitet ein ganzes Heer freundlicher Damen am Telefon. Und die freuen sich auf jeden Anruf. Schliesslich leben sie davon.

VON RUTH BRÜDERLIN


Ich warte gespannt auf einen Kommentar zum Sinn des Postings hier. Vorher gibt's von mir nur fremde Quellen :)


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