Wenn im eigenen Portal vor eigener Abzocke gewarnt wird.
Gesichtsanalyse.com
Abzocke mit persönlichen BildernEine Webseite mit dem Namen Gesichtsanalyse.com verspricht eine "Charakteranalyse anhand von Gesichtszügen". Was der Nutzer, welcher sich bei dem Service anmeldet, allerdings nicht weiß, ist, dass es sich um einen kostenpflichtigen Service handelt, welcher mit zumindest 96 Euro zu Buche schlägt. Fatalerweise haben die so Betrogenen nicht nur nach der Widerrufsfrist von 14 Tagen die Rechnung über den Betrag im Haus, sondern neben persönlichen Angaben wie Name und Anschrift in der Regel auch ein Bild von sich selbst den Betrügern zugespielt.
Der Betreiber des Seite ist das Facelab FZE, der "Firmensitz" ein Postfach in Ras Al Khaimah (nähe Dubai) in den Vereinigten Emiraten. Es ist stark davon auszugehen, dass die Betreiber dieser Seite identisch oder eng verbunden sind mit der Webseite mega-downloads.net, die ebenfalls betrügerische Machenschaften in Form einer Abo-Falle durchführt.
Bei Gesichtsanalyse.com wird eine Charakteranalyse durch Gesichtszüge durch das sogenannte G.A.S ("Gesichts-Analyse-System") versprochen. Wer auch immer auf so ein Angebot eingeht, erfährt, nachdem er ein Bild von sich hochgeladen hat, dass es sich bei der Auswertung lediglich um "redaktionalle Inhalte" handelt, also vermutlich ein Mitarbeiter ähnliche Fotos von Berühmtheiten aus der Datenbank fischt und besonders aussagekräftige Analysen erstellt im Sinne von "Flirtfaktor besonders hoch".
Wie auch immer erfährt man sowohl von der Tatsache, dass es sich um "redaktionelle Inhalte" handelt, erst, nachdem man bereits ein Bild hochgeladen hat. Auch erst in diesem zweiten Schritt steht im Kleingedruckten, dass Abo-Gebühren in Höhe von 8 Euro pro Monat bei einer Laufzeit von 24 Monaten anfallen, die jeweils für ein ganzes Jahr im vorraus zu entrichten sind. Das "Kleingedruckte" jedoch wird nicht als Text auf der Webseite dargestellt, sondern als Grafik, so dass es zumindest möglich ist, dass es gar nicht erst auf dem Bildschirm erscheint: zum Beispiel bei einem Werbeblocker oder einer langsamen Internetanbindung - und man somit unwissend dem mutmaßlichen "Abo" zugestimmt hat. Viele werden dennoch bezahlt haben, obwohl in so einem Falle nicht die Rede von einem rechtskräfigen Vertrag sein kann.
Offenbar funktionieren die alten Tricks der Abzocke, wie "kostenlose Downloads" oder "kostenlose SMS" leider immernoch ganz gut, und mit der "Gesichtsanalyse" ist nun so eine Art "neues Genre" hinzugekommen. Wer weiß, was die Firma hinter der Abzocke mit den gesammelten Daten anstellen wird? Die Postanschrift des Unternehmens "Facelab FZE" für Europa ist ein Postfach in Wien. Auch die Rechnungen und Mahnungen von mega-downloads.net werden von einer GmbH aus Wien zugestellt, die jedoch nach Recherchen von Akte08 garnicht existent ist. Das Unternehmen hinter mega-downloads.net benutzt dasselbe Postfach in den Vereinigten Emiraten. (020200)

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